Liebe Leserinnen, liebe Leser,
der Tod ist ein sensibles Thema. Ist es pietätslos, sich dem aus wirtschaftlicher Perspektive nähern? Bei der Recherche wurde unserer Redaktion schnell klar: Das ist es nicht. Einige Interviewpartner freuten sich sogar über diese Herangehensweise ebenso wie über den Zeitpunkt der Berichterstattung im Frühjahr. „Es hat mich immer gestört, dass nur im Herbst über das Thema Tod gesprochen wird“, sagte etwa Meike Wengler, Projektleiterin der Messe „Leben und Tod“, die vergangenen Oktober erstmals in Freiburg stattfand. Dabei sterben statistisch gesehen die meisten Menschen im Februar, am Ende des Winters. Und Jens Borchers, der Betriebsleiter der Forstverwaltung Fürstenberg, die sieben Friedwaldstandorte in ihren Wäldern betreibt, gab in Sachen Kommerzialisierung zu bedenken: „Niemand würde dem Bäcker vorwerfen, dass er die Brötchen nur backt, um Geld zu verdienen.“
Den Friedwald Friedenweiler hat unsere Redaktion ebenso besucht wie das neue Krematorium in Eschbach und den Hersteller der Timberhuus-Urnen in Kandern. Wir berichten zudem über Stiftungen, die aufgrund von Sterbefällen gegründet wurden, über das Thema Vorsorge im Unternehmen und über den Umgang mit dem wachsenden digitalen Nachlass. Die Themen Suizid und Sterbehilfe indes haben wir bewusst ausgeklammert, weil uns der Pressekodex hier aus guten Gründen Zurückhaltung gebietet.
Der Beileger lädt passend zum Frühlingsbeginn ein, Zeit draußen zu verbringen. Es gibt Parallelen zwischen den Themen Outdoor und Tod, das zeigt das Beispiel der Bad Krozinger Gärtnerei Fautz: Sie baut hochwertige Gärten samt Pools – hat aber auch Bestattungsgärten angelegt und war viele Jahre als Friedhofsgärtnerei tätig.
Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Lektüre.
Ihr Daniel Schnitzler – Herausgeber netzwerk südbaden